Proteinbewertung in der Milchviehfütterung
 
DVE, ein Beitrag zu besseren Versorgung der Milchkuh oder nur eine Verschleierung um im Trüben zu fischen?
 

Es soll nicht das Proteinbewertungssystem der Niederlande beurteilt und schon gar nicht in Frage gestellt werden. Die Konzentration
auf einen Begriff (DVE) als entscheidendes Qualitätsmerkmal sollte hier diskutiert werden

Zu den Fakten:

XP Rohprotein  lässt sich im Mischfutter exakt bestimmen. DVE ist eine qualitative Bewertung des Roheiweißgehaltes im Futtermittel unter Einbeziehung der Energie, jedoch  ohne Berücksichtigung des für die Eiweißbildung erforderlichen N-Gehaltes. Für  Mischfutter nur bei bekannten Gemengeanteilen und bekannter Verdaulichkeit zu errechnen und nachzuprüfen.
Wem nutzt eine Qualitätsangabe die praktisch nicht nachprüfbar ist?  Ob 90oder 100g DVE ist willkürlich und wird bestimmt nur von
der Weite des Gewissens.

Selbst wenn der DVE Gehalt redlich angegeben wird, ist es nur die halbe Wahrheit, wenn der Rohproteingehalt als unwichtig und nicht oder nur in einem Schwankungsbereich angegeben wird. Tatsächlich behält sich der Mischfutterhersteller vor, je nach Marktlage 100gDVE mit 180 oder 230g XP zu erreichen. Die Qualitätsunterschiede im Hinblick auf vermeidbare Stoffwechselbelastungen und Umweltbelastungen werden tunlichst verschwiegen.

Wie stehen Praktiker und Berater zu diesem Sachverhalt?

Darf die Produktinformation  nur vom Gesetzgeber und dem Mischfutterhersteller bestimmt werden? Das Mischfutter ist für den Landwirt ein wichtiges Betriebsmittel und nur optimal einsetzbar, wenn bestimmte Produktinformationen vor dem Einkaufbekannt sind und nach der Lieferung eingehalten werden. Vertrauen ist gut, die Nachprüfbarkeit ist besser.
 
 

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